Mittwoch, Juli 05, 2006

"stadt mensch"

Ein Thema so alt wie die Menschheit: Rechtschreibung.

Wir alle haben darunter zu leiden, aber oft auf unterschiedlichen Seiten des Spielfeldes. Die einen leiden, weil sie sie als unerträgliche Last empfinden, und die anderen, weil sie der anderen Leistungen in diesem Bereich so wahrnehmen.

So berichtete mir Jonathan kürzlich von einer Äußerung eines seiner Chatpartner mit den Worten:

"aber das wahr echt nicht mein ding, dann lernte ich jemand aus duisburg kennen, und ich bin ein stadt mensch , und habe ich mich entschlossen nach duisburg zu ziehen, wo ich jetzt seid februar 2006 lebe."

Lassen wir die Tatsache, dass hier alle Wörter klein geschrieben sind, mal außen vor. Das tue ich bei E-Mails auch oft, beim Chatten sowieso. Die relevanten Wörter -- meist Akronyme -- kann man ja in Großbuchstaben schreiben. Verstanden wird man so auch, und darum geht es dort ja meist.

Meine Antwort an Jonathan, bei der ich übrigens ursprünglich auch alles klein schrieb, was ich hier allerdings korrigiert habe, um der oben genannten Gruppe ein Vorbild zu sein, lautete nun wie folgt:

"Mja, kamman wenich zusagen. (Anm.: Dieser Satz muss korrekt lauten: 'Nun ja, dazu kann man wenig sagen.')

Neulich hab ich wieder mal ein Profil von jemandem gelesen, der sicherlich unheimlich nett ist, aber einfach null Sprachgefühl hat.

Ich glaube außerdem, es haben viel mehr Leute Anflüge von Rechtschreibschwäche, als uns bewusst ist. Jürgens "Emplöst"-Beispiel von neulich ist ganz anschaulich dafür. Vielen Leuten springt sowas einfach nicht ins Auge, obwohl wir nicht fassen können, dass man so wenig Sprachgefühl haben kann.

Deinem Chatpartner kann man immerhin noch zu Gute halten, dass er Satzzeichen verwendet und dabei nicht mal total falsch liegt.

Aber Komposita im Deutschen scheinen ein unglaubliches Problem zu sein, und mir ist unklar warum. Im Ungarischen geht's relativ problemlos, und auch in Dresden bekommen's die Jungs mit der Rechtschreibung auf Schildern weitestgehend hin.

Aber es ist schon krass, dass Leute echt denken, "Stadtmensch" schriebe man getrennt. So als gäbe es Komposita gar nicht. Ich habe auch nicht die geringste Idee, wie man Leuten sowas vermitteln soll. Außer "Ey guck doch ma hin bitte; das muss man doch merken" natürlich.

Ist aber auch Quatsch; denn offensichtlich merkt er's nicht.

Betrüblich finde ich aber vor allem, dass Leute, wenn man sie darauf aufmerksam macht, so Hinweise damit abtun, man sei pingelig. So als wäre Rechtschreibung völlig überflüssig und nur was für Korinthenkacker, und als hätte eine einheitliche Schreibweise überhaupt keine Vorteile oder auch nur einen Sinn.
Das zeigt halt auch, dass sich diese ganzen Leute in Bereichen der Verwendung von Schriftsprache bewegen müssen, in denen alle diese Nuancen tatsächlich nie wichtig werden. Sonst würden sie ja merken, dass es einen Unterschied zwischen "wiedersehen" und "wieder sehen" oder zwischen "Antwortschreiben" und "Antwort schreiben" oder zwischen "Vorort-Einsatz" und "Vor-Ort-Einsatz" (jeweils auch nach Belieben ohne Bindestriche und wahllos groß und klein geschrieben) gibt.

*schulterzucken*"

Dienstag, Juli 04, 2006

Houtlust

Das StumbleUpon-Plugin hat mir wieder einmal etwas sehr Schönes beschert:

Houtlust

Dieses Blog beschäftigt sich mit Non-proft-Werbung und zeigt allerlei Kampanien, die ich unterstützenswert, faszinierend und krass gleichzeitig finde.

Ansehen! Sehr fein, wozu Gehirnzellen und Designgeschick auf dieser Welt verwendet werden.