Montag, Juli 30, 2007

Wer einmal den Mund voller Scheiße hat, dem glaubt man nicht, auch wenn er die Wahrheit spricht.

Seit ziemlich genau eineinhalb Jahren laufe ich jedes Mal, wenn ich morgens vom Auto zum Büro gehe, an einem Graffiti-Schriftzug vorbei, der da lautet:

"I don't believe in what they say because their mouth is full of shit."
(zu Deutsch: "Ich glaube ihnen nicht, weil ihr Mund voller Scheiße ist.")

Und obwohl ich mir schon öfter Gedanken darüber gemacht habe, was mir der Urheber mit diesem Satz sagen möchte, tappe ich noch immer im Dunklen.

Es gibt -- so viel ist sicher -- eine Gruppe, vermutlich von Menschen, möglicherweise aber auch anderen sprachbegabten Entitäten wie Stimmen im Kopf, Geistern oder den Kastelruther Spatzen, denen der Autor Lügen unterstellt. Das wiederum aus einem zweifelhaften Grund. Die an dieser Stelle als wahr unterstellte Tatsache, dass diese Gruppe den Mund voller Stuhl hat, lässt er ausreichen, um seine Behauptung zu untermauern.
Ich muss zugeben, dass es mir durchaus schwer fiele, jemandem -- vor allem einer gesamten Gruppe! -- Glauben zu schenken, der seine Fressluke bis zum Anschlag mit Kot füllt. Der Grund läge jedoch eher darin, dass Menschen, die so etwas tun, höchstwahrscheinlich unzurechnungsfähig sind und wahrscheinlich schon Schwierigkeiten haben, ihren eigenen Namen zu nennen. Dass jemand den Mund randvoll mit Kot hat, macht wohl am ehesten schon die Aussprache völlig unmöglich. Auf die Wahrheit der mehr gespuckten als gesprochenen Tatsachen dürfte es da nicht mehr ankommen.

Eine Kleinigkeit finde ich übrigens noch bemerkenswert: Der Autor beschreibt, dass die besagte Gruppe nur einen Mund hat (der als mit Scheiße gefüllt beschrieben wird). Ich frage mich, ob der Autor da einen Übersetzungsfehler gemacht hat oder sich wirklich eine Gruppe von Leuten vorstellt, die so diversifziert ist, dass man von mehreren Entitäten spricht, aber trotzdem nur einen Mund hat, der dennoch allen gemeinschaftlich gehört.

Außerdem finde ich die mit diesem Geschmiere zum Ausdruck gebrachte Antihaltung zum Kotzen. Mein Erbrochenes könnte ich der Autorengruppe in den (kollektiven) Arsch tun und dann behaupten, ich wolle ihre Fürze nicht hören, da ihr Arsch voller Kotze ist.

Montag, Juli 23, 2007

Den Tag in Gold tauchen

Am Samstag fuhr ich zum Flughafen, um einen Bekannten dort abzuholen, der aus England kam. Die Sonne schien, und es war nicht zu heiß und trotzdem nicht kühl.

Der Tag war in einen fast herbstlichen Goldschleier gehüllt. Die Sonnenstrahlen durchbrachen die Flughafenglasscheiben und fluteten das Terminal. Sie fielen wie Federn schräg herab, benetzten wahllos vorbeischlendernde Besucher und Passagiere. Ich saß bei Starbucks auf der Empore und hörte der Klavierspielerin zu, die auf der Abflugetage Klavierversionen von Balladen und ruhigen Jazz Standards spielte. Die verhallenden Töne aus dem Flügel waberten durch das Terminal und hüllten alles in einen Mantel von Gold und Ruhe.

Meine Augen wurden glasig.

Dienstag, Juli 10, 2007

Meine Angst vor Ablehnung

Als ich heute vom Büro zum Auto ging, dachte ich darüber nach, was mich in diesen Tagen so beschäftigte. Auf dem CSD in Köln hatte ich einen Mann (nennen wir ihn „E“) kennen gelernt, dem ich meine Karte gegeben hatte und auf dessen Anruf ich wartete, weil wir überlegt hatten, uns morgen Abend zu treffen. Er hatte sich noch nicht gemeldet, und das beschäftigte mich, so wie mich auch beschäftigte, dass mir auch an anderen Fronten mehrere Leute gesagt hatten, ich sollte es ruhiger angehen lassen. Wie ich eben bin, hatte ich an mehreren Baustellen zu graben begonnen.

Irgendetwas machte mich rastlos und ständig nervös. Im Büro ständig Gayromeo-Nachrichten abgerufen, ständig daran gedacht, immer wieder mit Enttäuschung festgestellt, dass niemand sich gemeldet hatte. Ganz so, als könnte die Welt nichts Besseres zu tun haben, als mir zu sagen, wie lieb sie mich hat.

Und natürlich verursachte ich durch das Drängeln, das aus diesem Gefühl resultierte, genau das Gegenteil von dem, was ich wollte, nämlich Ablehnung. Selbst wenn mein Gegenüber mich nicht kennt und das Verhalten nicht einordnen kann, kann es deutlich spüren, dass ich von etwas getrieben werde, und das muss abschrecken. Aus all dem heraus fühle ich mich abgelehnt, obwohl das nicht einmal ansatzweise die Nachricht des anderen sein muss.

So dachte ich auf dem Weg darüber nach, was in den letzten Tagen passiert war, was mich beschäftigt hatte und warum ich so viel Zeit in Online-Foren verbringe, was ich dort mache und wofür, wonach ich suche, was ich mir ersehne, schlicht: was mir fehlt.

Und da stand die Erkenntnis plötzlich sonnenklar vor mir:

Ich habe schreckliche Angst vor Ablehnung.

Viele denken bestimmt, ich bräuchte Anerkennung, und als Kehrseite der Angst ist das wahrscheinlich nicht einmal falsch, aber getrieben werde ich von nicht mehr und nicht weniger als nackter Angst vor Ablehnung. Wenn sich jemand wie E, dem ich am Sonntag die Zunge in den Hals gesteckt habe, nicht zeitig meldet, werde ich unruhig, denke darüber nach, was ich falsch gemacht habe, mache mir Vorwürfe, dass ich Dirk an seine behaarte Brust gefasst habe, was E mitbekommen und zum Anlass genommen haben könnte, mich für ein Flittchen zu halten. Ob Letztes stimmt, interessiert an dieser Stelle wohl kaum, aber solche Sachen schwirren mir manchmal – wie in diesen Tagen – durch den Kopf, ohne dass irgend jemand einen merklichen Anlass dafür gegeben hat.

Angst vor Ablehnung. Ausgerechnet ich.
Nein, nicht ausgerechnet, sondern gerade ich.

Es ist so leicht, solche Ängste auf Erlebnisse in der Kindheit zu schieben, aber an zwei Aussagen meiner Mutter erinnere ich mich noch sehr deutlich. Als ich elf Jahre als war, war ich ordentlich übergewichtig, was sich bis kurz nach der Abiturzeit fortentwickelt hat. Was hätte ich schon anderes sein können, wenn ich den ganzen Tag vor dem Computer sitze und mich total ungesund ernähre.

Damals jedenfalls sagte meine Mutter – mehr als einmal –, ich müsste Hosen von Fünfzehnjährigen tragen, und ich sei so fett, dass sie sich „mit mir auf der Straße schämte“. Um das Bild abzurunden, mussten meine Schwester und ich natürlich als Kinder immer aufessen, egal, ob es gut schmeckte oder wir Hunger hatten. Ich hatte damals den Weg gewählt, der zu meiner Angst vor Ablehnung am besten passte: Ich passte mich an und aß immer auf, wurde dafür auch hin und wieder gelobt, während meine Schwester fast immer dafür abgekanzelt wurde, dass sie nicht aufessen wollte. Ich hatte scheinbar das bessere Los gezogen.

Und auch wenn ich heute weiß, dass die nun folgende Aussage mit meiner Schwester und mir nichts zu tun hatte, hat mich damals schwer getroffen, dass meine Mutter zu uns kleinen Kindern oft sagte, ihr größter Fehler im Leben sei gewesen, Kinder zu kriegen. Heute, wo wir nicht mehr bei unseren Eltern wohnen, sagt meine Mutter, ihr größter Fehler im Leben sei gewesen zu heiraten, und vermutlich kommt das der Wahrheit deutlich näher.

Seit ich denken kann, habe ich mit dieser Angst gelebt. Sie ist wahrscheinlich so alt wie ich, hat damit vor Kurzem ihren 30. Geburtstag gefeiert.

Deswegen weine ich in Situationen, in denen jemand einem anderen Menschen bedingungslose Liebe entgegen bringt. Vor vielen Jahren gab es eine Ultraman-Folge (Kinderserie), die mir all diese Jahre in Erinnerung geblieben ist. Zu Beginn der Folge bettelt die ca. 8 Jahre alte Schwester des Hauptcharakters (Junge, 13 oder so), er solle mit ihr spielen, und cool, wie er ist, sagt er, er hätte jetzt keine Zeit, verspricht aber, das später nachzuholen. Am Ende der Folge, als er mal wieder die Welt gerettet hat, gibt es im Prinzip die gleiche Situation noch einmal: Sie bettelt, er hat keine Lust und sagt, er werde später mit ihr spielen. Sie beschwert sich, er habe das doch schon vorher versprochen, und er ist schon auf dem Weg aus dem Zimmer, hält dann aber inne, dreht sich um und beginnt, mit ihr zu spielen. Als die Kamera daraufhin ihr überglückliches Gesicht zeigte, strömten mir die Tränen von den Wangen. Wie wundervoll; er hatte sie nicht abgelehnt, sondern ihr gezeigt, dass sie ihm wichtig ist!

Deshalb weine ich im „Poor Leno“-Musikvideo von Röyksopp. Dort wird die Thematik anders, aber nicht weniger wirkungsvoll aufgegriffen. Ein Leno (eine offenbar fiktive Tierart) wird in diesem Cartoon-Video in einem dunklen gefängnisartigen Raum in einem düsteren Zoo hinter Gittern gehalten, bekommt hin und wieder einen Napf mit Schleim zu essen und ist furchtbar einsam. Lenos, wird dem Betrachter gesagt, existieren nämlich in Paaren, während unser Leno allein und deshalb todunglücklich ist. Diesen Leno sieht man oft durch die Besucherglasscheibe sein Heimweh dadurch ausdrücken, dass er mit einem Löffel seine vertraute Umgebung, die Berge, in die Gefängniswand ritzt. Im Verlauf des Videos wird eine zweite Leno gefangen, die zum Ende auf der anderen Seite der Scheibe auftaucht. Sie legt eine Tatze auf die Scheibe, und er legt seine spiegelverkehrte auf die andere Seite der Scheibe und beginnt zu lächeln. Volltreffer.

So viele Dinge wurden mir bei dieser knappen halben Stunde Fahrt klar, die mit dieser Angst zusammen hängen!

Deswegen waren für mich Sexabenteuer immer nur so lange interessant, bis ich meine Beute im Bett hatte. Der eigentliche Fick hat mich bei One-Night Stands nicht interessiert, sondern die Erkenntnis, dass ich ihn tatsächlich ins Bett gekriegt hatte, dass er mich nicht abgelehnt hatte.
Deswegen werde ich nervös, wenn jemand, den ich attraktiv finde, sich nicht zeitig meldet. Deswegen mache ich nie eine Szene, wenn ein Partner mit mir Schluss macht. Er lehnt mich ab, ist der Auslöser meiner Angst vor Ablehnung. Welchen Grund könnte ich haben, bei ihm bleiben zu wollen? Natürlich fühle ich mich dann einsam, aber das ist im Vergleich zu meiner Angst vor Ablehnung auszuhalten. Deswegen würde ich für einen Partner, der mich so nimmt, wie ich bin, alles tun; wie könnte ich denjenigen, der mich unterstützt, mich mag, mich liebt, je verletzen oder gar verlassen?

Lange Zeit habe ich behauptet, man könne mich an einer langen Leine in einer Beziehung führen, nur eine kurze sei völlig ausgeschlossen, weil ich dann ausbräche. Als ich mit einem meiner Exe zusammen war, meinte ich, das ganz deutlich zu sehen. Als er anfing, eifersüchtig zu werden und ständig an mir herumzukritisieren, obwohl gar nichts war, fühlte ich mich abgelehnt, und da lag der Schritt, mit einem anderen Mann bedeutungslosen Sex zu haben, nicht weit. Deshalb kosteten mich auch die zahl- und endlosen Streits mit ihm so viel Kraft: Abgelehnter als in diesen Zeiten habe ich mich selten gefühlt.

Deshalb kann ich beim Sex nichts machen, das dem anderen nicht auch gefällt. Ich muss wissen, was der andere mag, weil ich es nicht ertragen könnte, von ihm beim Sex abgelehnt zu werden. Deshalb ist mir Sex in der Beziehung am liebsten: Ich kenne dort die Spielregeln, weiß, was mein Partner mag und was ich besser nicht machen sollte.

Aber auch im nicht-sexuellen Bereich gibt es unzählige Symptome dieser Angst.

Wegen genau dieser Angst brauche ich niemanden aus meiner ehemaligen Schulklasse wieder zu sehen: weil mich da eh niemand mochte. Was hätte ich verloren in einer Gruppe von Leuten, die heute nur danach suchen würden, was sie damals an mir doof fanden? So erklärt sich auch, dass ich auf meine Studienzeit nicht als tolle Zeit zurückdenke, obwohl daran sicherlich nicht alles schlecht war. Ich als eigentlich hervorragender Schüler schlug mich jahrelang durch ein Studium, das mir keinen Spaß machte, um am Ende mit zwei „ausreichend“-Examina da zu stehen, wo ich andere Sachen hätte machen können, die mir viel eher gelegen hätten, die ich liebend gern gemacht hätte, die mich erfüllt hätten.

Wie oft habe ich gedacht, ich könnte nicht allein sein, bräuchte Menschenkontakt, um meine Einsamkeit zu überdecken! Dann wiederum hielt ich es für wahr und gleichzeitig mir selbst gegenüber gelogen, wenn ich sagte, mir wäre Kontakt mit anderen einfach sehr angenehm.

In Wahrheit kann ich hervorragend allein zu Hause sein. Meine Wohnung ist wundervoll, und ich fühle mich dort sehr wohl. Was mich in Wahrheit unruhig macht, ist die Angst vor Ablehnung, das Gefühl, von niemandem gemocht zu werden, niemandem etwas zu bedeuten. Die spüre ich am ehesten, wenn ich allein zu Hause sitze, aber das Zuhause kann nicht das Geringste dafür.
Deswegen habe ich auch damals, als ich fünf Monate bei meinen Eltern gewohnt hatte und fertig mit den Nerven war, keine Angst vor dem Tod gehabt: Ich fühlte mich von der ganzen Welt ungeliebt, abgelehnt. Was hätte der Tod mir nehmen können, das ich nicht eh schon nicht hatte?

Deshalb ist es für mich kein Problem, aus Düsseldorf und auch aus Deutschland wegzugehen. Ein anderer Ort, ein anderes Land bietet so viele neue Chancen; wie könnte ich mich nicht dort hin ziehen lassen!

Und deshalb mag ich auch meinen Job nicht. Es liegt nicht an der Juristerei, obwohl es Bereiche gibt, die mich deutlich mehr interessieren würden, sondern daran, dass mein Chef mir ständig das Gefühl gibt, ich könne nichts gut genug machen. Er lehnt mich ab. Ich kann nicht anders, als mich unwohl zu fühlen. Deshalb fühle ich mich wohl, wenn er sich wohl fühlt, und schlecht, wenn er mich kritisiert.

So billig es ist, so klar ist mir, dass ich Tim aus Texas so unbeschreiblich mag. In wenigen Worten gibt er mir das großartige Gefühl, dass es auf der Welt jemanden gibt, der an mich denkt und dem ich etwas bedeute. Gerade er, der er nicht den geringsten Grund hat, so etwas zu schreiben, tut es einfach.

Der Fairness halber sage ich dazu, dass das auch schon andere getan und gesagt haben und dass es mir auch da weiß Gott (der, an den ich nicht glaube) nicht egal war. Und auch wenn es manchmal gesagt wird, kommt in manchen Situationen meine Art durch, mich daran nicht zu erinnern. Es fühlt sich dann an, als gäbe es für mich keinen Grund zu leben. Ich habe keine Todessehnsucht und sehe keinen Grund, mir das Leben zu nehmen. Aber manchmal sehe ich auch keinen Grund, warum ich es habe.

Und wer sich fragt, warum ich das alles so öffentlich in mein Blog schreibe, obwohl es da jeder lesen kann, hat’s noch immer nicht begriffen. Nicht obwohl es jeder lesen kann, tue ich es, sondern weil es hier jeder lesen kann. Ich bettele damit um Anerkennung, um Bestätigung. Diejenigen von euch, die es gegen mich verwenden wollen, werden nicht so weit vordringen, dass es weh tut, und euch anderen, meine lieben Freunde, wird es ein hoffentlich wertvoller Blick in mein Inneres sein.

Ihr seht: Ich versuche sogar mit dieser letzten Erklärung, Anerkennung zu erhaschen.

Und jetzt gerade hat mir E geschrieben, dass ich nicht ganz sein Typ bin. Das verdaue ich jetzt erst einmal.

Dienstag, Juni 26, 2007

Das Tourette-Syndrom und seine Freunde

So, Freunde, ein für alle Mal: Das Ding heißt "Tourette-Syndrom", weil sein Urheber Gilles de la Tourette heißt. Sagt Wikipedia zumindest.

Also nix da mit "Torett" oder "Touret", "Toree" oder sonst was.

Und wo wir gerade bei Belehrungen sind: Es heißt "zumindest" oder "mindestens", aber nicht "zumindestens". Wer das sagt, bekommt einen Tritt in die Eier oder die Stelle, an denen er Eier hätte.

Aber viel spaßiger als diese Belehrung finde ich die Begriffe, deren Erklärung sich mir gerade feilbot.

Koprolalie: Kot- bzw. Fäkalsprache

Und noch viel witziger:
Logorrhoe: Sprechdurchfall!

Wäre ich nicht noch im Büro, würde ich mir vor Lachen die Hose vollpissen.

Freitag, Juni 22, 2007

Ich wollte O2 gerade wieder einen bösen Brief schicken

Wie tief die Erfahrungen sitzen, die ich vor Monaten mit O2 in der Sache "Einmal DSL für Frank bitte" gemacht habe, zeigt meine Reaktion auf die Rechnung, die ich jetzt von O2 bekommen habe. Die Rechnung wies DSL-Gebühren in Höhe von insgesamt € 33,58 auf, abzüglich einer "Sie sind bei uns Genion-Kunde; deswegen kriegen Sie den Krempel 5 Euro billiger"-Gutschrift.

Ich kochte. Nie Hardware von O2 erhalten, Vertrag in Absprache mit O2 storniert und von O2 sogar die Stornobestätigung bekommen, und jetzt rechnet man einfach trotzdem DSL-Gebühren!

Aber ich hatte nicht zu Ende gelesen. Man schrieb mir in der selben Rechnung weiter unten genau so viel gut, dass der "Sie sind bei uns Genion-Kunde; deswegen kriegen Sie den Krempel 5 Euro billiger"-Abzug übrig blieb. Man hatte mir also nichts für DSL berechnet.

Die Aufregung fiel von mir ab wie bröckeliger Putz.

Dienstag, Juni 12, 2007

Wo mir Einkaufen Spaß macht

Wenn man meine vergangenen Einträge zum Thema "DSL" liest, muss sich einem eigentlich der Eindruck aufdrängen, dass ich überall was zu meckern habe, dass mir nichts gut genug ist und sowieso alle außer Mutti Fotzen sind.

Das ist aber nicht so. Es gibt Vieles, das mir Freude bereitet, und trotz der respektablen Fotzenpopulation auf der Welt zeichnen sich diverse Menschen durch ihre Nichtfotzigkeit aus.
Außerdem trage ich seit Längerem eine gedankliche Liste von Unternehmen mit mir herum, bei denen ich mich tendenziell vor Begeisterung einmache, und genau daran (der Liste und Begeisterung) möchte ich euch Teil haben lassen. Hier also meine aktuelle "Wo Geld-Einwerfen richtig Spaß macht"-Liste (alphabetische Reihenfolge):

- Amazon
Es ist einfach toll da. Internationale Bücher, so viel ich mag, und fast alles zackig und vor allem versandkostenfrei geliefert. Ein unglaubliche Auswahl von Artikeln, und das Empfehlungssystem ist ein toller Haufen Programmcode. Auf zu Googlezon!

- Crumpler
Täschchen sind die besten Freunde der Tunten. Weiß doch jeder. Und so geht's mir natürlich auch, aber nicht ganz wahl- und vor allem nicht grundlos. Crumpler macht in manchen Bereichen einfach die geilsten Taschen. Notebookrucksack, Umhängetasche, Fotokamerabehälter und und und. Im Hause Crumpler denkt man an alles, was Taschen brauchen. Aussparung beim Rucksack an der Linie der Wirbelsäule? Klettverschlussverstellbare Taschenteiler bei Fototaschen für unterschiedliche Größen? Befestigung bei Umhängetaschen, damit sie beim Fahrradfahren nicht verrutschen? Hier hat man an alles gedacht. Supermaterial, und da gebe ich auch gern mehr für eine Tasche aus.

- Deichmann
Eigentlich immer, wenn ich Schuhe kaufen muss, lande ich früher oder später bei Deichmann. Die dort vorzufindende Mélange aus Preis, Design und Tragekomfort besorgt es mir mittlerweile schon à priori, und so kann ich auch mit dem dort regelmäßig schlichten Publikum ganz gut umgehen. Dabei macht es auch keinen Unterschied, ob ich Straßen- oder Lederschuhe brauche. Mit beidem bedient mich Deichmann hervorragend.

- DM
Ein Lichtblick in meinen Mittagspausen! Warum auch immer das so ist, ich freue mich geradezu, zu DM zu gehen, um Sachen zu kaufen, die es dort halt gibt. Bezüglich der Kaufartikel bin ich dagegen nicht wählerisch. Von destilliertem Wasser über Microfasertücher, Duschgel, Zahnpasta, -bürsten und -seide, Klopapier bis zu Müsli und Müsliriegeln kaufe ich dort alles gern. Hell und freundlich stehen die Sachen im Regal und lachen mich an.

Kondome kaufe ich dort allerdings normalerweise nicht, weil ich seit einer Weile einen Vorratspack habe. Wann immer ich das Gefühl habe, jetzt könnte es sich lohnen, mal eine Familienpackung zu kaufen, tue ich das, und kurz darauf ändern sich die Verhältnisse derart, dass es auch eine Zehnerpackung locker getan hätte. Und auch Gleitgel kaufe ich in so Drogeriebuden nicht, weil die in dem Bereich nur Müll anbieten, der nach kurzer Zeit anfängt zu kleben wie Sau.

- G-Star-Outlets
G-Star hat zum Teil großartige Klamotten, und in den Outlet Stores bekommt man die sogar zu einem akzeptablen Preis. Das Ding in Neuss hat zwar gerade an Samstagen eine Klientel, die deutlich besser in Sprachschulen oder im geschlossenen Vollzug aufgehoben wäre, und das Gefühl, dass auch dieses Pack in den Sachen herumlaufen könnte, die mir gefallen, schmälert meine Begeisterung. Jedoch nur unwesentlich, denn man kleidet sich in diesen Kreisen gern in genau den Sachen mit den auffälligen Schriftzügen, Biene Maja-Farben und dem Schnellfickerstyle, der mir wenig zusagt. Man sollte bei den geilen Sachen, die G-Star macht, ja nicht glauben, was für fürchterliche Ausrutscher beim Design so mancher Kleidungsstücke passieren. So als hätte G-Star eine Produktreihe nur für Leute mit Sprachbehinderung und Strafvollzugshintergrund.
Aber insgesamt ist es toll da.

- Google
Es wirkt, als sei es völlig egal, was Google macht. Erst diese Spitzensuchmaschine, und irgendwann fing man in diesem Hause an, allerlei Krempel zurechtzuprogrammieren, der kostenlos und geil ist. Google Earth, Maps und Picasa sind nur die Hightlights. Google hat große Visionen, und ich würde unbeschreiblich gern für die arbeiten, weil die die Allergeilsten sind.

- IKEA
Die Zeiten, in denen bei IKEA immer eine Schraube fehlte, sind vorbei. Jetzt brilliert man dort geradezu mit geilen Konzepten. Funktional, durchdacht, geil designt, oft günstig und einfach zusammenzukleben, und mit der Marketingabteilung möchte ich unbesehen Liebe machen, bis der Arzt kommt. Der gesamten Marketingabteilung wohlgemerkt. Der einzige Wehrmutstropfen sind die schreienden Blagen, aber auch das hat man bei IKEA so gut wie möglich mit dem Småland gelöst.
Aber auch schon die Tatsache, dass man dort total günstig frühstücken kann, ist der Hammer. Dafür kommen Mütter in der Woche extra den weiten Weg, um sich mit Schicksalsgenossen zu treffen! Spitze, einfach spitze.
Übrigens, à propos Småland, hier zu etwas völlig Anderem. Am letzten Wochenende war ich wie schon geschildert wieder auf der "Mandanzz", so ner Homoparty. Bunt gemischtes Publikum und so weiter, und es gibt seit ein paar Jahren eine zweite Tanzfläche, auf die normalerweise das Jungvolk geht. Die wird auch "Småland" genannt. Das finde ich lustig.

- Mexx-Outlets (Mönchengladbach und Korschenbroich)
Eine neue Liebe ist entflammt. Dass es "das Outlet" von Mexx in Mönchengladbach gibt, wusste ich schon über ein Jahr. Das hatte mir mal eine Untenrum-Bekanntschaft in einem schwachen Augenblick verraten. Aber dort gewesen war ich nie. Das habe ich neulich nachgeholt. Besonders das Sample Outlet in Korschenbroich hat's mir angetan. Dort gibt es für Herren zwar nur Größe 50 bzw. L, aber diese Begrenzung kann mir als jemandem mit genau dieser Größe herzlich egal sein. In dem Bereich, in dem G-Star sich offenbar schwer tut -- Hemden --, schneidet Mexx ganz groß ab, und in diesen Dingern bekommt man zum Teil hochqualitative Hemden für 10 Euro. Neulich habe ich, als ich mit Marcus da war, sieben Hemden mitgenommen, fast alle davon für 13 Euro. Wie geil!

Übrigens, lasst euch nicht foppen. Die Dinger haben samstags bis 16:00 und nicht nur bis 14:00 Uhr geöffnet, wie es auf der verlinkten Webseite steht.

- Nespresso
Seit Silvester 2005/2006 habe ich ja diese Nespresso-Maschine. Der Kaffee ist geil, fertig. Nespresso macht für mich total viel unnötigen Bohei mit seinem Clubquatsch, aber man geht dort offenbar davon aus, dass man damit die Marke stärkt. Tut man vermutlich auch. Und sonst käme wohl niemand auf die Idee, für zehn Tässchen Espresso € 3,30 zu bezahlen.
Aber der Kaffee war, ist und bleibt hoffentlich immer gleich geil, und im Verhältnis zu Starbucks ist der Preis immer noch sehr moderat. Und die Hochglanzmagazine des Clubs haben saugeile Fotos drin. Außerdem kann man in den Läden, derer es nur vier (glaube ich) in ganz Deutschland gibt, immer ein gutes Käffchen für lau degustieren und ein Werbemagazin mitnehmen. Dagegen sehen die Senseo-Dinger ziemlich alt aus.

- Savage Leather
Ken Savage ist vor etwa 25 Jahren nach Deutschland (genauer: München) immigrierter Amerikaner, der auch schon etwa so lang mit Leder arbeitet. Lederhose, -jacke, -weste, -chaps, -sonstwas? Macht er zu einem sehr ordentlichen Preis und qualitativ hervorragend. Kaufen! Den Tipp habe ich mal von meinem lieben Freund Helmut aus München bekommen, und besser hätte ich's nicht treffen können. Baader Straße 50, einfach mal vorbeigehen, und wenn's nur für eine gute Unterhaltung (auf Englisch oder Kennisch) oder nen Kaffee ist.

- Starbucks
Für mich ist ein Besuch bei Starbucks viel mehr als Kaffeekauf. Dort kaufe ich nicht einfach einen Pott Kaffee, sondern ziemlich guten Kaffee, aber vor allem bekomme ich dort Zu-Hause-Gefühl in den Becher geschüttet. In meiner Zeit in Toronto hat das alles angefangen. Ich saß regelmäßig in der Church Street und fühlte mich in dieser Großstadt, in der ich keine Freunde hatte, gut aufgehoben, so wie in einem Wohnzimmer, das ich nie hatte, mit angenehmen Menschen und entspannter Musik. Ich kaufe dort keinen Kaffee, sondern miete dort ein Stück im Wohnzimmer, quasi ein Stundenhotel mit Verköstigung und Möglichkeit zu lesen, Tagebuch zu schreiben und mir schlicht Fressen anzusehen.

Besonders super finde ich übrigens Starbucks am Flughafen. Wäre der Flughafen ein Geschäft, wäre er auch hier in der Liste zu finden. Aber Flughäfen finde ich einfach per se geil. Eine ordentliche Portion Fernweh gemischt mit meinem Hang dazu, Menschen zu beobachten, als wären es Ameisen, einfach toll. Die Kombination dieser Sachen mit dem Gefühl, im Wohnzimmer zu sitzen, schießt mich in den Himmel

Sonst wäre der Preis nicht zu rechtfertigen. Ich käme z. B. nie auf die Idee, mir Starbucks-Kaffee für zu Hause zu kaufen. Das ist nicht das Gleiche.

Aber die Starbucks-Tassen aus den jeweiligen Städten sammele ich. Das ist das Einzige, was ich überhaupt sammele. Was ursprünglich als Souvenir für Jürgen während meiner Toronto-Zeit anfing, ist jetzt eine Sammlung von 14 Tassen mit der zuletzt aus Sapporo von einem mir Unbekannten zugeschickten.

Mir ist übrigens völlig unklar, wie Leute gegen Starbucks wettern können. Klar ballert Starbucks auch den deutschen Markt gnadenlos voll mit Käffchen, aber solange es gut ist und -- was wohl der Fall ist -- mit ihren Mitarbeitern gut umgeht, finde ich das sehr okay. Außerdem muss ja niemand zu Starbucks gehen. Es gibt immer noch genug andere Käffchenläden. Und ich gehen z. B. auch gern zu Woyton, weil die in manchen Filialen kostenlos WLAN haben.
Ich denke mir halt: Wenn die Mitarbeiter schon gern dort arbeiten, sollte man sich dort auch zu Hause fühlen können.

Eins geht bei Starbucks in Deutschland übrigens gar nicht: der Preis für WLAN. Was bei Woyton voll super ist, ist bei Starbucks in einer Art böswilliger Krebsgeschwulst ausgeartet: 15 Minuten für 2 Euro bzw. eine Stunde für 8 ist einfach unverschämt. Da hat man sich bei Starbucks zu einer völlig entarteten Kooperation mit T-Com entschlossen. Der Marketing-Leiter Deutschland scheint besoffen gewesen zu sein.

- Thomann
Musikversand Thomann ist krank. Riesenauswahl an allerlei Equipment rund ums Musikmachen von analog bis digital, ordentliche Preise und pervers schneller Versand bei Kauf mit Kreditkarte. Am krassesten war es, als ich einmal an einem Montagnachmittag gegen 15:30 Uhr ein paar Aktivlautsprecher mit Kreditkarte bestellte und die am Dienstagmittag da waren. Das ist viel zu geil!

Lust zu shoppen bekommen?

À propos Shoppen, der gleichnamige Film ist spaßig und interessant. Den kann ich vor allem Menschen mit einem so ausgeprägten Sinn für gute Dialoge ans Herzen legen.

Die Restaurantsparte lasse ich an dieser Stelle der Höflichkeit halber weg. Sonst kommt ja kein Schwein bis zum Ende des Artikels. :)
Die Gastronomie kommt später mal dran.

Also auf in den Konsum!

Sonntag, Juni 10, 2007

Der Kollege mit dem offenen Arsch

Nach der Mandanzz gestern Abend, auf die ich mit einem Freund aus dem Sauerland gegangen war, der dann auch bei mir übernachtet hatte, machte ich mich heute Morgen in aller Fraugottsfrüh auf, um bei Kamps Brötchen zu holen. Das sollte man deutlich vor Mittag machen, weil man sonst nur noch die Überbleibsel bekommt. Die sind zwar immer noch besser als das Standardsortiment manch anderer Bäckerei, aber ich verbinde meine Vorliebe für gutes Gebäck gern mit meinem Hang zum Frühaufstehen.

Ich lebe gern in meinem Viertel Derendorf. Es gibt zwar gelegentlich Spuren des Proletariats, das stellenweise auch ohne Migrantenhintergrund auf erhebliche Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache trifft, aber im Großen und Ganzen ist Derendorf nicht übel.

So ging ich also zu Kamps, das Gehirn noch teilweise zum Lüften rausgehängt, als mir der süßsaure Duft von frisch Erbrochenem in die Nase stieg. Zu allem Überfluss rief mir von der anderen Straßenseite eine weibliche Stimme entgegen:

"Ääääh! Kolleeeegööö! Hast'n Aasch offn odda was?!?"

Da ich nichts getan hatte, das sie zum Anlass genommen haben könnte, mich einen Kollegen zu nennen, fühlte ich mich nicht angesprochen, aber sie rief es genau in meine Richtung, sodass ich doch rübersah.

Sie sprach mit ihrem Hund, der unangeleint über die Straße lief. Weit und breit kein Auto.

Er tat mir leid, so wie die Leute, die vor die Tür treten und merken werden, dass ihnen jemand in den Vorgarten gekotzt hat.

Samstag, Juni 09, 2007

Vogelkot, tiefschwarz, überall

Der vergangene Donnerstag war Fronleichnam, ein Feiertag in Teilen von Deutschland und anderen Ländern, die auch vorgeben, mit dem Kirchenquatsch was am Hut zu haben. Und was für ein tolles Wetter war, obwohl man jedenfalls für die Region Düsseldorf Regen vorhergesagt hatte! Ich war nicht nur beim Body Styling im Fitnessstudio, sondern habe meine Inliner unter die Achseln geklemmt und bin -- wie am Abend vorher -- am Rhein bis zum Burghof in Kaiserswerth und zurück gefahren. Auf dieser Strecke macht das großen Spaß.

Aber nicht nur der Mensch hat diesen Tag ausgiebig gefeiert. Ein großes Fest war dieser Tag auch für Tiere. So versammelte sich der ehrenwerte Altenrat der Vögel nach ausgiebigem Festmahl auf dem Baum, unter dem mein Auto geparkt war. Man hatte sich die Terminkalender schon Monate zuvor freigeräumt, um einen Tag lang ungestört mein Auto von oben bis unten, von vorn bis hinten vollzuscheißen.

Wer Vogelkot und -urin nur als durchsichtige bis milchigeweiße kleine Flecken auf der Windschutzscheibe kennt, kann noch nicht die schwarzen Bomben aus der Hölle gesehen haben, die mein Auto am Freitagmorgen überzogen hatten. Ich hielt mein Auto erst für eine Art gigantischen postapokalyptischen Maulwurfshügel und konnte es nur am Nummernschild identifizieren. Die schwarzen Fladen waren später an der Tankstelle selbst mit Scheibenwaschflüssigkeit nur unter allergrößten Anstrengungen zu beeindrucken. Was immer diese Vögel in ihrem Verdauungstrakt anstellen, man sollte sie fangen und ihren Kot als Klebstoff für extreme Bedürfnisse verkaufen.

Außerdem rege ich an, dass wir alle uns aufmachen und unsere besten Kotprodukte zukünftig an Feiertagen in Tüten mitnehmen und sie in Vogelnester legen. Wenn Vögel meinen, sie dürfen uns die Autos vollscheißen, werden sie sicher nichts dagegen haben, wenn wir das Selbe mit ihren Wohnungen machen.

Donnerstag, Mai 31, 2007

Wir dekorieren für Sie in Rüttenscheid!!!

Gerade bin ich in meiner Mittagspause an einer Parfümerie vorbeigegangen und habe schon aus der Entfernung bemerkt, dass das Schaufenster völlig leer war. Keine Deko, kein gar nichts. Außer einem Schild, auf dem so groß wie möglich stand: "Wir dekorieren für Sie!!!"

Eine glatte Lüge also. Denn das, was man dort tat, ist natürlich das genaue Gegenteil von Dekorieren. Undekorieren quasi. Aber man kann ja mal gucken, ob die Leute drauf reinfallen.
"Oh, ah, das ist ja toll, wie man für uns dekoriert!"

Für wie doof hält man eigentlich die Kundschaft?
Andererseits ist das eine Parfümerie. Wer weiß, vielleicht haben sich die ganz Anfang-fuffzich-Menopause-Trullas so lang in den Stinktopf gesetzt, bis der aufdringliche Geruch ihnen die Gehirnzellen zerstunken hat.

Außerdem habe ich eine Beobachtung gemacht. Ich glaube, Rüttenscheid ist gar nicht so doof, wie ich vorher gedacht habe. Wenn ich in der Mittagspause auf die Straße trete, sehe ich fast nur gehbehinderte Rentner, Anzüge und Penner. Daraus schloss ich einst, dass Rüttenscheid keine coole Wohngegend sei. Daraus und aus der Tatsache, dass IKEA, CityFitness und Conrad so weit weg sind.
Aber möglicherweise ist dieses Phänomen typisch Gegenden mit vielen Kneipen und Bürogebäuden. Die Leute, die dort zu anderen Zeiten ihr Bier trinken und essen gehen, arbeiten ja auch und oft vermutlich woanders.
Vielleicht ist Rüttenscheid also doch ganz okay, trotz der Entfernung zu Conrad und der Tatsache, dass zu Messezeiten kein Parkplatz zu finden ist.

Dienstag, Mai 22, 2007

Was mit meinem Anschluss geschah

Achtung: setzen und Getränk und Popcorn nehmen! Jetzt kommt ein News-Kracher, der die Welt verändern wird.

Ich bin wieder von zu Hause aus online, und mein Telefonanschluss funktioniert wieder.

Was heute geschah:

Gegen 9:25 Uhr klingelte jemand an meiner Tür. Es war ein Techniker von einem Subunternehmen der T-Com. Ich hatte schon nicht mehr daran geglaubt, dass tatsächlich jemand auftaucht.
Dieses Subunternehmen, so sagte er mir, darf nicht streiken und übernimmt in dieser Zeit des Streiks Arbeiten, die sonst die T-Com übernehmen müsste. Das zu hören, gefiel mir natürlich außerordentlich gut, macht aber gleichzeitig einen Streik ziemlich sinnlos. Man hätte mir bei Alice natürlich auch sagen können, dass der Techniker kommen wird, weil sein Unternehmen nicht streikt, aber das wissen die vermutlich selbst nicht.

Der Techniker, der seinen Namen nicht nannte, war sachlich und freundlich und begann zügig mit seiner Anamnese. Ein Blick auf meine TAE-Dose und den Verteiler im Keller gab preis, dass meine Leitung auf einem falschen Anschluss lag. Ein paar Handgriffe an der Verteilerdose und am Hausverteiler am Ende meiner Straße korrigierten diesen Fehler. Im weiteren Prüfungsverlauf stellte sich heraus, dass mein TAE-Verlängerungskabel defekt war. Über Nacht muss es sich, während ich schlief, verabschiedet haben.

Mir ist unerklärlich, wie beides sein kann. Irgend jemand surfte auf meiner Leitung, während ich ebenfalls an eine falsche angeschlossen war, und dass mein Verlängerungskabel sich einfach so über Nacht verabschiedet hat, lässt mich an böse Geister glauben.

So sehr ich mich freue, wieder zu Hause Internet zu haben, so wenig habe ich Erklärungen für all das. Wann kommt der nächste Spack auf die Idee, unten am Verteiler wild Leitungen hin und her zu schieben?

Immerhin liegt jetzt meine Leitung, wie sie soll, und es läuft wieder alles. Ich muss dringend pissen.

Montag, Mai 21, 2007

Von gutem Timing für Kurznachrichten

Meine Freunde bei Alice, ehrlich, ihr macht mich fix und fertig.

Jetzt steht der Termin für den T-Com-Techniker für morgen zwischen 8:00 und 12:00 Uhr. Die ganze Vorgeschichte und Scheiße, die davor passiert ist, lassen wir mal weg, obwohl sie genug Gelegenheit gäbe, an einem Herzschlag zu sterben oder tausende von Menschen mit Messer und Gabel zu töten.

Da bekomme ich jetzt gerade um 17:44 Uhr allen Ernstes folgende Kurznachricht aufs Handy:

"Lieber Kunde! Die Anschluss-Stoerung kann nur mit T-Com-Unterstützung behoben werden. Aufgrund des T-Com-Streiks verzoegert sich die Bearbeitung. Ihr Alice-Team"

Wenn diese Nachricht eins zeigt, dann, dass man auch bei Alice weit davon entfernt ist, mit automatisiertem Kundenumgang Sympathien zu erhaschen. Diese Nachricht wäre letzte Woche Freitag, als ich den halben Tag vergeblich zu Hause gesessen und auf einen Techniker gewartet habe, nicht schlecht gewesen. Jetzt regt sie mich im besten Fall tierisch auf.

Die Telekom soll zur Hölle fahren und dort Schwänze blasen, bis der Hals wundgescheuert ist und brennt wie Salzsäure auf der babyweichen Haut.

Neuer Termin mit dem T-Com-Techniker an sich

Gut, 9:55 Uhr ist jetzt nicht mitten in der Nacht, auch nicht an einem Sonntag, aber wenn um diese Zeit eine Kurznachricht auf dem Handy landet, das den Empfang mit Nachtigallzwitschern quittiert und man deswegen wach wird, denkt man an alles Mögliche, nur nicht daran, dass sie vom Internetprovider kommen könnte.

War aber so. Mir schrieb das Alice-Team: "Lieber Kunde! Bitte rufen Sie uns zur Terminabsprache zu Ihrer Stoerung Nr. GEO000001154767 […] an."
Ich tat also -- ein wenig später und schon mit dem ersten Kaffee im Vernichtungskampf --, wie mir geheißen. Ein Mann mit angenehmer ruhiger Stimme und einem lustigem Doppelnamen, an den ich mich nicht mehr genau erinnere ("Mann-Meixner" oder so; es klang jedenfalls erst wie Spaß und dann wie ein Künstlername eines verkannten Genies, das sich zur Tarnung in ein Call Center gesetzt hat und die Tarnung genießt wie die Kelly Family den Geruch von Patchouli), erklärte mir, "man" wolle mit mir jetzt einen Termin innerhalb der nächsten drei Werktage vereinbaren, jedoch nicht am Montag (heute). Auf meine Frage, wie wichtig es gerade mit Blick darauf, dass ich schon am Freitag zuvor vergeblich auf einen (meinetwegen auch mehrere) Techniker gewartet hätte, wäre, dass ich zu Hause sei, sagte er, wenn T-Com schon so ein Zeitfenster setzte, wäre es sehr wahrscheinlich, dass auch jemand aufkreuzte.

Nun gut, also morgen soll er kommen, der Techniker an sich. Zwischen 8:00 und 12:00 Uhr.

Jetzt weiß ich nur nicht, wie ich meinem Chef verklickern soll, dass ich in der Zeit zu Hause sein muss.

Aber die Geschichte ist irgendwie amüsant. Dass Alice Genies beschäftigt, finde ich cool.

Samstag, Mai 19, 2007

Alice und der Telekom-Techniker an sich

Mittlerweile hat sich beim Blog sehr stark zur Klagemauer in Sachen "DSL-Anschluss" entwickelt, aber ich kann noch einen drauflegen.

Dass mein Telefon- und DSL-Anschluss wieder tot ist, finde ich vor allem deswegen super, weil es genau in meine Vier-Tage-Wochenende-Periode passt, in der ich mal ein paar Sachen erledigt bekommen wollte. Da hat Alice einen guten Riecher gehabt.
Angekündigt hatte man mir den Telekom-Techniker für gestern zwischen 13:00 und 17:00 Uhr. Ganz nebenbei bemerkt: Würden wir von der Kanzlei unseren Besuch bei Mandanten für so eine Zeitspanne ankündigen, wären wir arbeitslos. Im Telekommunikationssektor ist man schon dankbar, wenn man zum Tag überhaupt eine Zeitspanne angegeben bekommt.

Man ist aber, statt vor Ärger rot anzulaufen, dass schon wieder der DSL-Anschluss im Arsch ist, geradezu dankbar, dass der Technikertermin "nur" zwei Tage entfernt liegt. Die Zeitspanne "13 bis 17 Uhr" kommt daher wie frische Panna Cotta. Der Speichel fließt vor Appetit geradezu.

So sitze ich also gestern den halben Tag zu Hause, um auf einen Techniker zu warten, der vielleicht -- das wurde mir von Alice sogar so angekündigt -- nicht einmal auftaucht. "Wenn der den Leitungsfehler schon vorher findet, braucht der ja nicht mehr zu Ihnen zu kommen."

Um 17:00 Uhr war natürlich niemand aufgetaucht; es hatte sich weder ein Techniker noch Alice bei mir gemeldet, und der Leitungsfehler war unverändert. "Düüt düüt düüt, düüt düüt düüt."

So rief ich bei Alice an. Ein dieses Mal sogar recht unfreundlicher Herr, dessen Name ich nicht verstanden habe, der einen Hamburger Akzent hatte, sagte mir auf Nachfrage, da könne man nichts machen, denn Alice habe von dem Techniker noch nichts gehört. Ich solle doch am darauf folgenden Tag um 17:00 Uhr noch einmal anrufen; dann hätte er sich vielleicht gemeldet. Sehr schön auch der Kommentar: "Ja vielleicht kommt der Techniker auch noch bis 18:00 Uhr." -- "Mja, Überstunden sind sehr wahrscheinlich bei der aktuellen Streiklage der Telekom." -- "Ja man kann ja nie wissen. Manche arbeiten bei der Telekom ja noch."
Verstehe. Macht Sinn.

Man betrachte sich einmal diese Standardsituation: Die Leitung ist tot. Alice käme nie auf die Idee, von selbst jemanden rauszuschicken, um sie zu reparieren, sondern der Kunde muss sich selbst darum kümmern. Ich wüsste gern, was Alice sagen würde, wenn ich das mit der Bezahlung der Rechnung auch so machen würde. Ohne Bankeinzugsermächtigung, versteht sich. Da feuern Unternehmen ja mit allen Mitteln, und wie schnell hagelt es dann Briefe von "Recht & Inkasso"-Abteilungen, die besonders dann etwas absurd wirken, wenn das Unternehmen keinen Anspruch auf Zahlung hat, aber deren automatisches System den Vorgang handhabt, ohne dass mal jemand mit einem Gehirn über den Sachverhalt schaut.
Kostet zu viel, vermute ich.

Der Kunde spricht also auf das Auftreten der Störung hin mit Alice, die sich dann mit der Telekom in Verbindung setzen. Die Telekom spricht dann (vielleicht) einen Techniker an, aber sind wir uns doch einer Tatsache mal völlig bewusst: Wann der Techniker auftaucht, ist doch völlig egal. Noch eher: Ob er kommt, ist in Wahrheit scheißegal. Was soll denn passieren? Der Kunde kann eh nichts machen, und selbst wenn's Alice interessieren würde, können die auch nichts machen.

Es ist schön zu wissen, dass man am Ende nur beten kann, dass die Leitung (weiterhin) funktioniert. Denn wenn Störungen auftreten, muss die Telekom auf die Bühne. Und dann werden es Höllenqualen.

Dabei wollte ich nur von Arcor weg, mit denen ich in technischer Hinsicht nie Schwierigkeiten hatte. Das habe ich jetzt davon. Die unzähligen Stunden Telefonate, die für diesen Scheißdreck mittlerweile angefallen sind, lassen mich die Fäuste ballen.

Gerade mit Herrn Paul von Alice telefoniert: "Da kann ich im Moment auch keine Auskunft geben. [...] In Ihrem Vorwahlbereich haben wir wohl im Moment Probleme wegen der Telekom. Im Moment streikt die Telekom dort. Die Techniker kommen deshalb nicht. Unsere Techniker dürfen da leider nicht ran."

Herr Paul hat mir die Bearbeitungsnummer und Rufnummer der T-Com gegeben, und dort habe ich angerufen und mit einem Herrn "Schojewski" gesprochen: "Guten Tag, ich rufe an wegen der Rufnummer, die Sie vor sich sehen sollten." -- "Ham wer nich." -- "Das ist ein Alice-Anschluss, und man hat mich dort an Sie verwiesen, ..." -- "Das war falsch."
Da hab ich kommentarlos aufgelegt.

Wie erwartet ist man bei T-Com nicht nur arbeitsfaul, sondern beschäftigt anscheinend geradezu absichtlich eine Riege unbeschreiblich unfreundlicher Arschlöcher. Ich bedanke mich.

Mittwoch, Mai 16, 2007

Internet und Telefon tot

So schnell geht's. Kurz vor dem Schlafengehen läuft noch alles, am nächsten Morgen sind Telefonleitung und Internet tot. Telefon sagt: "düüt düüt düüt, düüt düüt düüt."

Neulich hatte ich das schon einmal für etwa eine Minute gehabt. Ich hatte telefoniert und gar nicht bemerkt, dass der Anruf beendet worden war. Munter hatte ich meinem Mitteilungsbedürfnis freien Lauf gelassen. Dann erneuter Anrufversuch: düüt düüt düüt. Eine Minute später ging's wieder. Nervt natürlich, war aber auszuhalten.

So dachte ich gestern Morgen, der Mist ginge dann schon wieder, wenn ich abends nach Hause komme. Das war natürlich nicht so. Gestern Abend komme ich gegen 0:30 Uhr nach Hause, und das Telefon gibt nur die üblichen Piepser von sich. Also rief ich bei Alice an, mit dem Handy, versteht sich. Ist ja ne 0800-Nummer. Bin gespannt, ob das trotz Homezone was kostet.

Herr Uske von Alice, den ich nach etwa zehnminütiger Wartezeit erreichte, scheuchte mich, der ich schon im Bett lag, wieder raus und ließ mich Leuchten am Modem aufzählen. Dann erzählte er was von Leitungsmessung, die dann ergab, dass die Leitung "nur 53 Meter" lang sei. "Die ist viel zu kurz. Die sind sonst 250 Meter lang." Aha. Ich hatte, um das zu begreifen, eine deutlich zu lange Leitung. Da hätte man sich ja in der Mitte treffen können.
Mitarbeiter des Monats Uske hatte viel Elan, wollte mir allerlei Informationen zu Verteilerkästen geben; denn an einem von ihnen vermutete er den Fehler. Ich war allerdings müde und wollte schlafen, winkte daher dankend ab.

Man würde einen Techniker rausschicken und mich dann telefonisch sofort unterrichten.

Bislang habe ich nichts gehört.

Dass ausgerechnet jetzt wieder die Leitung tot ist, trampelt mir derartig auf dem Sack herum, dass ich das ganze Buffet randvoll brechen möchte. Jetzt habe ich wegen des Feier- und des anschließenden Brückentages mal etwas Zeit für Krempel zu Hause; da muss natürlich wieder die Leitung tot sein.

Wer schreibt eigentlich diese Drehbücher.

Update: 13:52 Uhr

Noch mal bei Alice angerufen.
Herr Scheibner: "Haben Sie eine SMS von uns erhalten?" -- "Nein." -- "Gut, dann müsste die noch kommen."
Info in der Sache: Die Leitung muss von einem Telekom-Mitarbeiter geprüft werden. Das ist in mehrerlei Hinsicht spitze. Erstens, weil ich damit schön die nächsten Tage keinen Internetzugang habe und das zum Kotzen finde, und zweitens, weil die Telekom-Arschgeigen im Moment streiken. Das kann ja heiter werden.

Aber es passt genau in meinen Urlaub.

Sehr schön auch die Ansage auf meine Frage, ob mir Alice wenigstens wegen der Gebühren für den Zeitraum der Störung entgegen kommt. "Ja, Herr Stiegler, da möchte ich Sie bitten, dass Sie sich dann noch mal melden, wenn der Anschluss wieder funktioniert. Wenn Sie dann berechtigterweise Gebühren zurückverlangen, können wir Ihnen da entgegen kommen."

Worauf das hinausläuft, ist ja klar. Was mir dagegen nicht klar ist, ist, warum man auch bei Alice nicht auf den Trichter kommt, einfach weniger zu berechnen, wenn man bei denen schon aktenkundig hat, dass die Leistung nicht vollständig erbracht wurde.

Kundenservice deluxe; ich bedanke mich.

Samstag, Mai 12, 2007

Starbucks-Tasse aus Sapporo (Japan)

Am Mittwochabend komme ich nach Hause und habe ein Paket im Hausflur stehen. Denk mir noch: "Was für'n Asi hat sich denn da wieder was liefern lassen und es dann nicht abgeholt?", schau mir an, an wen es adressiert ist, und sehe meinen Namen mit vollständiger korrekter Adresse.
Absender: eine Person aus Japan, deren Namen ich noch nie gehört oder gelesen habe.
Das Paket nehme ich also in meine Wohnung und mach's auf.

Es ist eine Starbucks-Tasse aus Sapporo, Japan drin. Kein Brief oder Kommentar, keine E-Mail-Adresse, sondern nur die Postadresse und die Tasse. Von jemandem, den ich gar nicht kenne.

Wie geil ist das denn?!?

Heute habe ich ihm eine Starbucks-Tasse Düsseldorf in sein Paket gesteckt und an ihn zurückgeschickt; denn das lasse ich nicht einfach auf mir sitzen! Soll er sehen, wo er mit der Tasse bleibt!

Mittwoch, Mai 09, 2007

Internet schon wieder seit dem 02.05.!

So schnell geraten Schwierigkeiten in Vergessenheit, wenn man zu Hause wieder Internetzugang hat. Alice versprach, am 02.05. meinen Anschluss freizuschalten, und das taten sie auch. Auf den Techniker, der offiziellen Angaben zu Folge zwischen 8:00 und 16:00 Uhr, inoffiziellen Angaben zu Folge jedoch zwischen 8:00 und 12:00 Uhr aufkreuzen sollte, hätte ich allerdings vergeblich warten können. Der kam nämlich gar nicht.

Das war aber auch nicht weiter schlimm, weil ich gegen 11:00 Uhr auch so schon telefonieren konnte. Nur Internet klappte nicht. Genauer gesagt: Mein Tower bekam keine Internetverbindung, was sich im Verlauf des Tages als Protokollfehler herausstellte. Wo TCP/IP vorher noch problemlos funktioniert hatte, schien das Protokoll plötzlich schlicht kaputt zu sein. Das fand ich allerdings auch nicht über Alices "normale" (lies: kostenlos) Hotline heraus, sondern erst durch einen Anruf bei deren kostenpflichtiger Internethotline, bei der ein Anruf 5,99 € oder so kostet. Die Dame dort -- sie hatte einen auffälligen österreichischen Akzent -- macht einen fähigen Eindruck und half mir immerhin so viel weiter, dass ich merkte, dass es an meinem Tower und nicht an Alice lag.

Übrigens: Ein paar Reboots später waren auch der Audiotreiber und alles mögliche Andere nicht mehr ansprechbar. Wie auch immer: Mein Windows XP hatte sich urplötzlich innerhalb weniger Neustarts gnadenlos zerfickt. Neuinstallation stand an.

Aber davon ließ ich mich nicht beirren und probiert den selben Spaß mit meinem Laptop, der zwar eine Verbindung zum Internet bekam, mit der ich allerdings unabhängig von der URL, die ich eingab, immer nur bei der Alice-Lounge landete, wo man mich bat, einen E-Mail-Account anzulegen. Das tat ich dann, einfach weil die das so wollten, in der Hoffnung, danach würde dann mein Zugang komplett freigeschaltet. Leider vergeblich.

Da ich keine Lust hatte, schon wieder 5,99 € für eine Hotline auf den Tisch zu legen, nur weil Alice mit dem Anschluss nicht klar kommt, rief ich wieder die normale Hotline an. Dort half mir ein Mitarbeiter, der mir sofort durch seinen stark türkisch geprägten Akzent auffiel, erstaunlich
schnell weiter, indem er irgendwas freischaltete. Von da an ging's problemlos.
Ich fragte im Telefonat noch, wessen Fehler das Symptom, dessentwegen ich anrief, gewesen sei, und -- die Lunte blitzschnell riechend -- er sagte: "Also wenn Sie darauf hinauswollen, dass Sie vorher wegen eines Fehlers bei uns die kostenpflichtige Hotline anrufen mussten, so einfach ist das nicht."

Na gut, dann soll Alice halt 5,99 € haben für den einen Anruf.
Zu der Frage, wann denn Techniker kommen sollte oder ob der jetzt, wo ich schon über die Leitung mit Alice sprach, überhaupt noch nötig sei, wollte man mir keine Angaben machen. "Es kann sein, dass der noch die Leitungsstärke messen muss."
Jedenfalls hatte ich keine Lust, bis 16:00 Uhr zu warten, und fuhr kurz nach 12:00 Uhr ins Büro. Es war abends auch kein Zettel im Briefkasten oder sonstwo, dass jemand vergeblich versucht hätte, mich anzutreffen.

Leitungsstärke messen, nee is klar.

Wieder Internetzugang zu Hause zu haben, ist allerdings ein Segen sondergleichen. Das kann ich gar nicht in Worte fassen.

Übrigens hat mir O2 eine Mahnung wegen der zurückgeholten Routerkosten geschickt. Lustig.

Donnerstag, April 26, 2007

O2 und Alice: Update

Mein Blog entwickelt sich zu einer reinen Meckerwiese zum Thema "Geisterbahn Providerwechsel", aber was bleibt einem, wenn sonst nichts mehr zum Lachen ist.

Update zu O2:
Man ist jetzt dazu übergegangen, mir Router und DSL-Gebühren in Rechnung zu stellen. Dass der Router nie geliefert und DSL nie freigeschaltet wurde, muss denen durchgegangen sein.
Ich telefoniere nicht mehr mit denen, habe statt dessen einen Brief geschrieben, den ganzen langen Sachverhalt noch einmal geschildert und angekündigt, dass ich den Einzug widerrufen werde. Das habe ich danach getan.

Eine Besonderheit kündigt mir schon jetzt dunkel an, dass ich in absehbarer Zeit meinen Handyprovider wechseln muss: O2 hält es für eine gute Idee, Mobilfunk- und DSL-Gebühren in einer Rechnung zusammen zu fassen. Das hat zur Folge, dass ich dem Einzug der Gesamtsumme, die einen berechtigten und einen unberechtigten Teil hat, im Ganzen widersprechen und dann den berechtigten Teil manuell überweisen muss.

Wenn O2 unterwegs ist wie Arcor, habe ich bald Schreiben von Inkassounternehmen im Briefkasten, obwohl ich mir nicht das Geringste habe zu Schulden kommen lassen.

Und das alles nur, weil O2 zu steif ist und dort offenbar die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut. Wie sehr es nach hinten losgehen kann, mit dem DSL-Anschluss zu einem Anbieter zu gehen, bei dem man schon einen Vertrag hat, der aber die Sachverhalte vermischt.

Update zu Alice:
Im letzten Telefonat mit Alice hatte mir Frau Hunsicker noch mitgeteilt, man werde den Router an meine Adresse nach Düsseldorf schicken, worauf ich deutlich protestierte und sagte, man solle es ins Büro nach Essen schicken, weil ich sonst extra zur Post latschen muss. Sie hätte die Lieferadresse für den Router "im System geändert", sagte sie, man werde ihn also nach Essen schicken. Ich habe dreimal nachgefragt, um ganz sicher zu sein, dass nicht wieder irgendein Quatsch passieren würde.

Und doch geschah das nach deren "System" Unmögliche: Gestern lag ein Paket von Alice für mich im Hausflur. In Düsseldorf. Es war der Router. Deren "System" ist verbesserungswürdig. Zu allem Überfluss war es aber auch kein WLAN-Router, wie ich es ursprünglich angegeben hatte.

Ich kann mir schon denken, was da passiert ist. Ich hatte "WLAN-Router" bei meinem ersten Auftrag bei Alice eingegeben, als ich noch nicht wusste, dass die Rufnummerportierung bis Mitte Juni dauern würde. Als das dann im Telefonat mit Alice klar wurde und ich mich entschied, doch eine neue Rufnummer zu nehmen und statt dessen den ganzen Kladderadatsch zu beschleunigen, erstellte die Alice-Mitarbeiterin einen neuen Auftrag, und was "neue Auftragsnummer" bedeutet, weiß ich mittlerweile.

"Neu" heißt in diesem Fall vor allem: "neu und falsch". Bei solchen Aktionen fallen abweichende Lieferadressen und Angaben wie "bitte WLAN-Router" schon mal hinten runter. Ich hätte den neuen Auftrag selbst machen sollen, aber woher sollte ich wissen, dass ich mit deren Routine besser umgehen kann als deren eigene Mitarbeiter?

Aber ich bin ja schon froh, dass jetzt am kommenden Mittwoch, dem 02. Mai nun endlich mein neuer Internetanschluss kommen wird. Ich kann mir schon gar nicht mehr richtig vorstellen, wie Vereinsarbeit mit Internetanschluss gehen soll, werde richtig vermissen, auf wichtige Informationen in E-Mails nicht zugreifen zu können und Dateien und benötigte Programme auf USB-Sticks durch die Gegend zu tragen, nur um für einen Arbeitsschrit dreimal so lang und fünf Anläufe zu brauchen.

Freitag, April 20, 2007

Alice: Endlich auch hier drei Auftragsnummern

Ich kann kaum zusammenhängend schreiben, weil meine Finger vor Wurt zittern. Gerade, nach all der Scheiße, die sich O2 und Alice bislang geleistet haben, bekomme ich eine E-Mail von Alice:

"[bla]

herzlich willkommen bei Alice. Wir freuen uns, dass Sie sich für unser Produkt entschieden haben.
Die Anschaltung Ihres Anschlusses wird Ende Mai erfolgen. Den genauen Termin teilen wir Ihnen eine Woche vorher in der Auftragsbestätigung mit."

Dazu eine neue Auftragsnummer.

Damit habe ich auch bei Alice jetzt schon drei Auftragsnummern. Bei Alice ist -- wie bei O2 -- offensichtlich die "Auftrag bearbeiten"-Taste kaputt.

Also angerufen.

Frau Hunsicker sagt: "Ich prüfe das mal für sie ab, ja? Ich bin gleich wieder für Sie da." Ein bekannter Satz. Aber bei Alice ist man sehr freundlich, auch wenn am Ende natürlich nichts dabei herauskommt.

Meine Finger haben zu zittern aufgehört. Sie sind jetzt kalt, und ich müsste, während Frau Hunsicker "abprüft", dringend auf die Toilette. Groß.

Warum man mir eine neue Auftragsnummer mit neuer Telefonnummer gegeben hat, weiß sie auch nicht, sagt das aber auch nicht offen. Es ist halt so. Aufschaltdatum ist der 02.05.; der Techniker wird zwischen 8:00 und 12:00 Uhr vorbeikommen. Die Hardwareversandadresse hatte man bei der Neuerstellung des Auftrages auch wieder falsch eingegeben, aber das habe ich rechtzeitig bemerkt. Ich wäre erfreut, man käme mir nach dem ganzen Gehampel bei den Gebühren in den ersten Monaten entgegen, sagte ich. "Wenn Sie Ihre erste Rechnung von uns bekommen, melden Sie sich bitte noch einmal bei uns."

Zwischendurch habe ich gekackt und fühle mich besser. Zugang wieder ab 02.05.. Nicht schlecht, wo ich mich ja erst Ende Dezember (2006) darum gekümmert habe.

Die Telekom braucht für die Bearbeitung von Leitungsbestellungen von Anbietern normalerweise zwei bis drei Wochen. Unglaublich.

Donnerstag, April 19, 2007

Kurznacht von "Alice-Team"

eingegangen am 19.04.2007 um 10:06 Uhr:

"Willkommen bei Alice. Vielen Dank für Ihren Auftrag. Alle Details zur Anschaltung Ihres Anschlusses erhalten Sie in Kürze. Ihr Alice-Team"

Ich muss im Himmel sein (wenn man von der Erkältung absieht, die jetzt auch die Bronchien ergriffen hat). Aber es ist schon komisch und vor allem furchtbar unberechenbar, wie lang die Telekom braucht, um die nötigen Informationen herauszurücken.